Schätzungen zufolge haben in Deutschland etwa 15 – 25% der Menschen eine Laktoseintoleranz. Leider wird von vielen Nahrungsmittelherstellern oftmals werbewirksam ausgenutzt, dass die meisten Menschen nicht richtig informiert sind und das Thema Laktose nur schlecht einschätzen können. So werden teilweise stark überteuerte Produkte mit dem Zusatz „laktosefrei“ verkauft – zum Beispiel verschiedene Käsesorten – auch wenn diese bereits von Natur aus keine oder nur sehr wenig Laktose beinhalten. Laktoseintoleranz ist keine Allergie im klassischen Sinne, in der Regel verträgt man auch mit einer ausgeprägten Intoleranz noch gewisse Mengen an Laktose, dies ist individuell sehr unterschiedlich. Erst wenn man zu viel davon zu sich nimmt, kann sich dies negativ in Form von Magen- und Darmbeschwerden bemerkbar machen.

Ich selbst gehöre zu dieser Personengruppe und komme mit praktisch allen Eiweißpulvern wunderbar zurecht. Denn das Leben wird in dieser Hinsicht ungemein erleichtert, wenn man ein paar einfache Grundlagen dazu verstanden hat. Hier also ein Crashkurs in nur wenigen Sätzen:

Was ist Laktose überhaupt?

Laktose ist ein Zucker, genauer gesagt Milchzucker. Haushaltsübliche H-Milch beinhaltet davon etwa knapp 5 g pro 100 ml. Laktosefreie Milch dagegen nur noch 0,1 g. Auch wenn die meisten Eiweißpulver Milch als Grundlage haben (Molke, engl. „Whey“ oder Casein), so sind in diesen Produkten alle anderen Anteile außer des Milchproteins bereits sehr stark herausgefiltert, der Kohlenhydratanteil ist also üblicherweise sehr gering. Da Zucker – und somit auch Milchzucker – ein Kohlenhydrat ist, lassen die Nährwerte eines Eiweißpulvers bereits einen guten Schluss zu, wie hoch der Laktoseanteil maximal sein kann. Ein Eiweißpulver, das beispielsweise 4 g Kohlenhydrate pro 100 g Pulver aufweist, kann also maximal 4 g Laktose beinhalten. Nun nimmt man für eine Portion aber zum Beispiel nur 30 g Pulver und erhält damit nur noch etwas über 1 g (maximal) an Laktose. Wir erinnern uns, übliche Milch liefert fast 5 g. Aus diesem Grund ist das Thema Laktose bei Proteinpulvern relativ vernachlässigbar, jedenfalls gilt dies für die meisten Produkte. Sollte dies bei einem bestimmten Eiweißpulver nicht der Fall sein, werde ich in der Regel darauf gesondert hinweisen. Besonders hochwertige Eiweißpulver haben sogar einen Kohlenhydratanteil von unter 1 g pro 100 g Produkt. Man muss sich hier also keine Gedanken mehr um Laktose machen.

Ein paar Merkhilfen

  • Umso geringer der Kohlenhydratanteil in einem Whey oder Casein, umso hochwertiger ist das Produkt in der Regel auch.
  • Whey-Isolat hat in der Regel deutlich weniger Laktose/Kohlenhydrate als Whey-Konzentrat
  • Wer dennoch Probleme hat, kann z.B. auch zu reinem Soja- oder Ei-Eiweißpulver greifen

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